Bitumen & Asphalt


Bitumen

Bei Bitumen unterscheidet man üblicherweise zwischen natürlichen und sogenannten technischen Bitumen.


Natürliche Bitumen

In der Natur finden sich die verschiedensten Bitumenvorkommen. Zu ihnen gehören unter anderem fossile Harze wie Bernstein, Roherdöl, aber auch die Naturasphalte Asphaltit, Asphaltgestein oder Asphaltschiefer beispielsweise. Entstanden sind die Bitumen aus Kohlenhydraten, Proteinen, Harzen, Ligninen, Wachsen und Fetten meist niederer Organismen. Die Asphalte bestehen zusätzlich aus ebenfalls natürlich vorkommenden Mineralstoffen.


Technische Bitumen

Technische Bitumen werden aus natürlichen Bitumen, vorrangig Roherdöl, durch Destillation gewonnen. Solche Bitumen werden unter anderem als Klebemasse, Fußboden- oder Dachbeläge, Dichtungsbahnen, Isoliermittel, Bauwerksbeschichtungen etc. eingesetzt.


Ohne Bitumen kein Asphalt

Und sie sind das Bindemittel im Asphalt. Asphalt heißt also letztlich jedes natürliche oder künstlich hergestellte Gemisch aus Bitumen und Mineralstoffen.

In der deutschen Asphaltindustrie beschäftigen sich derzeit circa 300 Unternehmen mit der Herstellung der verschiedensten Asphalte für den Einsatz in Bauwesen und Technik. Abnehmer dieser Asphaltmischwerke sind die rund 3.000 Betriebe, die ihrerseits Asphalte zu den verschiedensten Zwecken einbauen.

Die chemisch-physikalischen Eigenschaften des Bitumen sind ausschlaggebend dafür, dass es sich hier technologisch gesehen vor allem um einen temperaturorientierten Produktions- und Einbauablauf handelt. Gebrauchsfertige Bitumen werden bei Temperaturen zwischen 150 und 200 °C ausgeliefert, gelagert und weiterverarbeitet. Lagerung und Transport erfolgen in der Regel aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen in geschlossenen Systemen. Zur Erhaltung der Pumpfähigkeit fertiger Bitumen und Asphaltmischungen sind in Abhängigkeit vom konkreten Mischungsverhältnis Temperaturen von mindestens 100 °C erforderlich.


Asphalt


Je nach verwendetem Bitumen sowie den beigegebenen Mischgutsorten und deren Körnung werden entsprechend der vorgesehenen Verwendung die verschiedensten Asphaltsorten in den Mischgutwerken hergestellt.


Einsatzzwecke bestimmen die Zusammensetzung


Porigkeit, Haftverhalten, Schlagfestigkeit, Abriebfestigkeit und Polierwiderstandsfähigkeit sind Eigenschaften, die durch Veränderung der Zusammensetzung variierbar und nach dem jeweiligen Einsatzbereich der Asphalte einstellbar sind.

So erfüllen Asphaltestriche im Wohnbereich völlig andere technische Anforderungen, als ein offenporiger Asphalt, der als Oberdecke auf der Start- und Landebahn eines großen Verkehrsflughafens die Aufsetzkräfte eines Jumbojets kompensieren muss.

Allein für den Einsatz im Straßen- und Verkehrsflächenbau gibt es drei verschienene Standardsorten von Bitumen, die sich nach ihrer späteren Flexibilität bzw. Plastizität und damit Belastbarkeit, sowie ihrem thermoplastischen Verhalten, der Viskosität unterscheiden.


Asphaltlacke

Bei künstlerischen Tiefdrucktechniken finden sogenannte Asphaltlacke Verwendung, das sind dunkelbraune bis schwarze Mischungen aus Wachs, Harz und Asphalt. Sie haben einen geringen Schmelzpunkt und sind in organischen Lösemitteln wie Benzin oder Terpentin lösbar. Wegen seiner Beständigkeit gegen Säuren wird Asphaltlack als Abdeckschicht in Ätzprozessen bei der Herstellung von Druckformen verwendet. Einige Asphaltlacke sind auch lichtempfindlich. So basiert die erste, überhaupt erhaltenen Fotografie auf einem Asphaltgemisch.


Asphaltbahn

Den passionierten Keglern ist der Begriff Asphaltbahn aus ihrem Sport geläufig. Vor allem im süd- und ostdeutschen Raum sind diese Kegelbahnen gebräuchlich. Diese Variante des Kegelns wird auch "Classic" genannt. Die Kugellauffläche ist dabei 1,50 Meter breit und hat eine Länge von 19,50 Metern. Für den Asphaltbelag gelten die strengen Bestimmungen des Deutschen Kegler- und Bowlingbundes e.V., der eine Mindestdicke des Asphaltbelages von 40 mm verlangt. Auch hinsichtlich der Härte des Asphaltbelages (genormte Stempeleindrucktiefe) und Verformbarkeit muss der Belag den vorgegebenen Anforderungen entsprechen, wenn auf der Bahn Wettkämpfe ausgetragen werden sollen.



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